Erinnern statt Vergessen - Opfer der Hexenverfolger
1. Erinnern statt Vergessen (einleitende Bemerkungen)
3. Hexenjäger, Hexenverfolger, Hexenrichter, Hexenprediger
5. Widerstand in der Zeit der Hexenverfolgungen - Franken
6. Internetseiten über lokale Hexenprozesse
4.
Orte,
Fürstentümer mit Namen von Opfern (wird weiter ergänzt)
Die Orte-Links verweisen auf die unten genannten Orte, die Namen-Links auf die Erläuterungen auf der Seite "Opfer"
Orte
mit Hexenprozessen (Liste wird weiter ergänzt)
Hexenprozesse
in
Alleshausen
In
der Zeit der Hexenprozesse wurden auch in Alleshausen Hexenverfolgungen durchgeführt
in den Jahren 1588, 1592 und 1627. Sieben Frauen und ein Mann starben in den
Flammen der Scheiterhaufen. Die Namen der Alleshauser Opfer waren:
Anna
Grätter aus Alleshausen 3. Mai 1588, Margreta Menz oder Schillingerin aus
Alleshausen 5. Mai 1588, Anna Lepp aus Alleshausen 12. Mai 1588, Agathe Hegeler
aus Alleshausen 12. Mai 1588, Georg Mayer 12. Mai 1588.
In
den Akten heißt es: "Diese fünf armen Personen haben in gütlicher und
peinlicher Frage ihre Übeltaten eingestanden, werden vom Nachrichter Meister
Hans von Bibrach zum Hochgericht geführt und mit dem Strang gerichtet.
Waldburga
Zeiller aus Alleshausen 18. Juli 1592, Anna Träub aus Alleshausen 24. März
1627, Anna Fischer aus Alleshausen 26. März 1627
Sie
wurden enthauptet und die verbrannten Körper unter die Erde vergraben.
"Der Allmächtige gute Gott solle ihnen die Gnade verleihen, dass sie
ritterlich um das ewige Leben streiten mögen."
Weblink
http://www.vilkacis.de/Prozesse2.html
Hexenprozesse
in Bad Wildungen
In
der Zeit der Hexenverfolgungen fielen den Hexenprozessen in Bad Wildungen 78
Menschen zum Opfer. Wildungen hatte damals 1200 Einwohner. Die Verfolgung
geschah in
1532
Erster Hexenprozess gegen Gertraud Muck
1575
- 1578 Hexenverfolgungen
1629
setzte eine Periode unerhörter Verfolgung ein: 29 Opfer bis 1632.
1650
- 1664 weitere 38 Opfer
1630
Maria Rörig hielt von September 1630 - Mai 1631 die Folter standhaft aus:
„Der liebe Gott habe sie im Gefängnis erhalten, ihm bliebe sie treu, sie sei
unschuldig wie Jesus Christus.“
Graf
Christian verfügte ihre Entlassung.
1656
Prozess gegen Susanne Weber (Tochter von Maria Rörig): „Ihr Ehemann bittet
wegen der Kosten um Beschleunigung des Prozesses.“
Hexenprozesse
in
Balve
Traurige
Berühmtheit erlangte Balve im 17. Jahrhundert durch die Hexenverfolgung. Auf
dem Galgenberg wurden zwischen 1590 und 1630 etwa 300 als Hexen und Zauberer
denunzierte Balver verbrannt. Von 1628 und 1630 wurden in den Balver
Hexenprozessen 27 Verfahren durchgeführt. Etwa jeder 20. Bürger wurde wegen
Hexerei hingerichtet. Ein Attentat auf den berüchtigten Hexenjäger Kaspar
Reinhards in Balve schlug fehl. Die Täter wurden grausam hingerichtet.
Am 9. August 2006 wurde in Balve vom Heimatverein
"Heimwacht Balve" am ehemaligen Richtplatz ein Denkmal in Form einer
Steele für die Opfer der Balver Hexenprozesse eingeweiht. Das Denkmal nimmt
Bezug auf die Frauen und Männer, die hier hingerichtet wurden. Dazu erschien
ein Heft über die Hexenprozesse in Balve, erhältlich beim Heimatverein
"Heimwacht Balve":
Werner Ahrens, Vorsitzender, Postfach 1104, 58795 Balve,
Telefon 02375/2157, Fax 02375/1253, http://www.heimwacht-balve.de/
Weblinks
http://www.balve-online.de/unsere_stadt/geschichte/amtundstadtgeschichte.shtml#5HEXENVERFOLGUNGEN
über Katharina Haan
http://www.eo-bamberg.de/eob/dcms/sites/bistum/information/jubilaeum2007/1000jahre/persoenlichkeiten/katharina_haan.html
Hexenprozesse
in Bamberg
Bamberg
war ein Kerngebiet des Hexenwahns. In der Zeit der Hexenprozesse nahmen unter
der Regentschaft der Erzbischöfe von Bamberg Johann Gottfried I. von Aschhausen
(1609-1622) und seinem Nachfolger Johann Georg II. Fuchs von Dornheim
(1623-1633) die Hexenverfolgungen in Bamberg große Ausmaße an.
Ähnliche
massive Verfolgungen lassen sich in Süddeutschland nur in den
Hexenprozessserien der Hochstifte Würzburg und Eichstätt sowie in Kurmainz und
Ellwangen nachweisen.
1612/1613
und 1617/1618 starben im Hochstift Bamberg 300 Personen in den Flammen der
Scheiterhaufen. Allein 1617 wurden 102 Menschen im Hochstift in Hexenprozessen
hingerichtet. Bekanntestes Opfer war der Bürgermeister Johannes Junius, der im
August 1628 im Hexengefängnis Drudenhaus gefoltert wurde.
1629
erschien ein zeitgenössisches Hexentraktat. Darin heißt es:
„Kurtzer
und wahrhafftiger Bericht und erschreckliche Neue Zeitung Von sechshundert
Hexen, Zauberern und Teuffels-Bannern; welche der Bischoff zu Bamberg hat
verbrennen lassen / was sie in guetlicher und peinlicher Frage bekannt“.
Literatur
Wolfgang
Behringer (Hrsg.), Hexen und Hexenprozesse. München 1998, Nr. 171,
Weblink
http://www.uni-muenster.de/FNZ-Online/recht/konflikt/quellen/zeitung.htm
(zeitgenössisches Hexentraktat von 1629)
Drudenhaus,
Bamberg
Das
Drudenhaus (Malefizhaus, Hexengefängnis) wurde 1627 von Fürstbischof Johann
Georg II. Fuchs von Dornheim (1623-1633) in Bamberg gebaut für 30 bis 40
Gefangene auf dem Höhepunkt der Hexenverfolgungen in der heutigen
Franz-Ludwig-Straße. Auch in anderen Städten des Hochstiftes entstanden
kleinere Drudenhäuser: in Zeil, Hallstadt und Kronach.
Auf
Generalvikar und Weihbischof Friedrich Förner, blindwütiger Verfechter des
Hexenwahns, geht Konzeption und Bau des Drudenhauses zurück.
In
dieser Zeit der Hexenprozesse fanden etwa 300 Menschen in Bamberg und 900
Menschen im Hochstift den Tod auf dem Scheiterhaufen. Bamberg wurde
gleichbedeutend für die Folter. Die verurteilten "Hexen" wurden
selbst auf dem Weg zur Hinrichtung noch gequält.
Auch
bekannte Persönlichkeiten wie der Bürgermeister Johannes Junius und der bischöfliche
Kanzler Dr. Georg Haan, der die Prozesse kritisiert hatte, wurden hingerichtet.
Als
sich schwedische Truppen am 11. Februar 1632 näherten, wurden die letzten 10
Inhaftierten entlassen, sie mussten jedoch schwören, über die Behandlung
(Folter) während der Haft zu schweigen. Bald wurde der Bau abgerissen. 1654
fanden die Steine Verwendung beim Bau des Kapuzinerklosters.
Weblinks
*
http://www.bautz.de/bbkl/d/dornheim_j_g.shtml
*
http://www.bamberga.de/hexenverhoer_daniel_bittl.htm
*
http://www.bezirk-oberfranken.de/Mosaik/gesch_mosaik.htm (mit Bild des
Drudnerhauses).
Henkerhaus
(Bernau bei Berlin)
Das
Henkerhaus ist ein denkmalgeschütztes Wohnhaus im Zentrum von Bernau bei Berlin
(Brandenburg). Es wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts als
Fachwerkhaus in Ständerbauweise errichtet. Beim Umbau des Gebäudes im 19.
Jahrhundert erhielt es seine noch heute vorhandene Putzfassade.
Die
Rückseite des Gebäudes schließt mit dem Mauerring der mittelalterlichen
Stadtbefestigung ab. Das Haus diente bis Mitte des 19. Jahrhunderts als
Scharfrichterei der Stadt.
In
dem Gebäude befindet sich seit 1976 eine Abteilung des Heimatmuseums Bernau.
Eine Ausstellung stellt die Geschichte der Scharfrichterei dar. Die
rekonstruierte Schwarze Küche gibt Zeugnis vom Alltagsleben in der Zeit vom 17.
bis zum 19. Jahrhundert. Eine weitere Ausstellung beschäftigt sich mit dem
Angriff der Hussiten auf die Stadt im Jahr 1432.
Von
der Künstlerin Annelie Grund wurde neben dem Henkerhaus am 31. Oktober
2005 ein Denkmal für die Opfer der Hexenverfolgung in Bernau geschaffen mit der
Inschrift "der Hexerei beschuldigt, gefoltert, getötet".
In
der Chronik von Tobias Seiler 1736 sind die Namen von 25 Frauen und 3 Männern
verzeichnet, denen zwischen 1536 und 1658 in Bernau der Hexenprozess gemacht
wurde.
Hexenprozesse
in
Büdingen
Zwischen
1532 und 1699 (Höhepunkt 1633-1653) wurden viele Hexenprozesse durchgeführt
und 485 Menschen wegen angeblicher Hexerei angeklagt. Mit über 400
Hinrichtungen ist die kleine Grafschaft Büdingen in die Kernzone der
Hexenverfolgung einzurechnen.
1564
wurde die Faulhaberin aus Wächtersbach in Büdingen als angebliche Hexe
angeklagt. Von Graf Georg erging die Order, die Faulhaberin im peinlichen Verhör
hart anzugreifen (zu foltern). Trotz „zerrissener Glieder und verderbtem
Leib“ trotzte sie der Folter und zerriss mit ihrem Schweigen die Kette der
Denunziationen.
Heftige
Kritik an Hexenprozessen und Folter äußerte der ysenburgische Hofprediger
Anton Praetorius, dem es 1597 sogar gelang, eine Frau aus der Folterkammer zu
befreien. 1598 setzte er seinen Kampf literarisch fort mit dem Buch "Von
Zauberey vnd Zauberern Gründlicher Bericht".
Literatur
* Rolf Schulte, Hexenmeister, Frankfurt/M, 2000, S.72
Weblinks
* http://www.jungborn-buedingen.de/modules.php?name=News&file=article&sid=231
Hexenprozesse
in
Dieburg
Von
1600 bis 1630 sind für das Erzstift Mainz Dokumente zum Tod von 1879 Menschen
als Opfer der Hexenverfolgungen erhalten geblieben. In Dieburg fanden etwa 60
Menschen den Tod auf dem Scheiterhaufen. Es gab mehrere Verfolgungswellen:
1596-1599, 1599-1627, 1627-1630.
Drache
zu Dieburg 1603
Der
"Drache zu Dieburg" war der Glöckner und Kupferschmied Lorenz Drach
aus Dieburg. Er wurde am 18. April 1603 im kurmainzischen Aschaffenburg zusammen
mit anderen Männern durch Vierteilung hingerichtet. Wegen der Verfolgung ihrer
Frauen hatten die Männer eine Schmähschrift verfasst, in der die Hexenprozesse
des Erzbischofs angeprangert wurden. Sie wurden beschuldigt, angeblich die
Ermordung des Erzbischofs geplant zu haben.
*
Quellen dazu: Als Beispiel für Tyrannei und Willkür der Obrigkeit ist er erwähnt
in: Anton Praetorius, Gründlicher Bericht über Zauberey, 1613 Vorrede, S. 20
*
Herbert Pohl: "Hexenglaube und Hexenverfolgung im Kurfürstentum
Mainz", Stuttgart 1988, S. 118 f.
Verfolgungswelle
ab 1626
1626
wurde Kurfürst Georg Friedrich von Greiffenclau gleich zu seinem ersten Besuch
in Dieburg von der Zentmannschaft gebeten, die nötigen Untersuchungen zur
Ausrottung des Lasters der Zauberei anzuordnen.
In
Dieburg gab es viele der Hexerei verdächtige Personen, und das Volk war sehr
aufgebracht. Zur Beruhigung der Einwohner wurde ein Hexenprozess begonnen gegen
die Witwe von Martin Padt, deren Mutter vor zwanzig Jahren als Hexe verbrannt
worden war. Am 26. Juni 1627 wurde sie verhört und am 7. Juli hingerichtet. Von
der Padtin wurden viele Menschen als angebliche Mitschuldige besagt, so dass es
zu einer Serie neuer Prozesse kam in Dieburg, Seligenstadt, Aschaffenburg usw.
Als
angebliche Hexentanzplätze wurden in den unter der Folter erpressten Geständnissen
genannt: der Eichwasen bei Dieburg, der Humesbühl, der große Formel usw.
Ein
Angeklagter, Philipp Krämer aus Dieburg, sagte im Verhör aus, dass alle
Zeugenaussagen gegen ihn falsch seien und der Glaube an Hexerei nichts als
Aberglauben wäre. Dafür wurde er am 6. September 1627 enthauptet und seine
Leiche verbrannt.
1627
wurden nach den vorliegenden Akten in Dieburg 36 Personen hingerichtet, nach
Notizen von Pfarrer Laubenheimer sogar 85 "Hexen".
1629
begann im November eine neue Prozesswelle gegen 21 Verdächtige, und ganze
Familien sind fast völlig ausgerottet worden.
Literatur
Emslander,
Heinz. Hexenprozesse in Dieburg 1596-1630. Dieburg: Dieburger Verlag, 1996
Weblink
*
http://www.staff.uni-mainz.de/pelizaeu/hexpro.htm
*
http://www.sfn.uni-muenchen.de/forumhexenforschung/lange00.html (Verhörprotokoll
aus Dieburg vom 26. Juni 1627 (Seiten 418/19) Prozess gegen Anna Padt)
Hexenprozesse
im Bistum
Eichstätt
Im
Bistum Eichstätt fanden 1590-1593 eine große Anzahl von Hexenprozessen unter
den Reformbischöfen Martin von Schaumberg und Caspar von Seckendorf statt, z.
B. in den Gerichtsorten Abensberg, Spalt und Herrieden. Der „Hexenbischof“
Johann Christoph von Westerstetten führte eine breit angelegte Hexenverfolgung
durch.
Ähnlich
massive Hexenverfolgungen lassen sich in Süddeutschland nur in den
Hexenprozessserien der Hochstifte Bamberg und Würzburg sowie in Ellwangen
nachweisen.
Literatur
H.J.
Wolf, Geschichte der Hexenprozesse,
Hamburg 1998, S. 251
Weblink
http://www.uni-muenster.de/FNZ-Online/recht/hexen/unterpunkte/basis.htm
Hexenprozesse
in
Ellwangen
In
der Zeit der Hexenverfolgungen nahmen die Hexenprozesse in Ellwangen, einer
Stadt im Osten Baden-Württembergs große Ausmaße an. Die Fürstpropstei
Ellwangen war damit eines der Kerngebiete dieser Vorgänge.
Während
der Regierungszeit der Fürstpröbste
*
Wolfgang von Hausen (1584-1603)
*
Johann Christoph I. von Westerstetten (1603-1613)
*
Johann Christoph II. von Freyberg und Eisenberg (1613-1620)
starben
1588 und 1611-1618 ca. 450 Personen in den Flammen der Scheiterhaufen. Das waren
etwa die Hälfte der Ellwanger Frauen und jeder sechste Mann.
Ähnliche
massive Verfolgungen lassen sich in Süddeutschland nur in den
Hexenprozessserien der fränkischen Hochstifte Würzburg, Bamberg und Eichstätt
sowie in Kurmainz nachweisen.
In
dem Hexenprozess von 1588 wurde die Hebamme Elisabeth Fürst, die "Mundistin"
genannt, als Hexe verbrannt. Im Jahr 1611 wurde am 22. Dezember Dorothea
Berchtold hingerichtet. Sie war die Schwester des Pfarrers Eberhard Berchtold,
der die angeklagten Hexen betreute und zu der Überzeugung gelangt war, dass sie
unschuldig waren. Vermutlich sollte mit der Hinrichtung seiner Schwester der
Pfarrer getroffen werden, um ihn gefügig zu machen und ihm seinen Mund zu
verschließen. Später betreuten Jesuiten die Gefangenen.
Überliefert
ist ein Gespräch des Stadtpfarrers Berchtold mit dem Angeklagten Michael Dir.
Dieser hatte seine Frau Maria Dir im Jagsttorgefängnis besucht und versicherte
dem Pfarrer, er sei von der Unschuld der Bierbrauersfrau überzeugt. Das kam dem
Kanzler zu Ohren. Carl Kibler lud den Brauer vor und ließ ihn verhaften. Um
sich die Folter zu ersparen, gestand Michael Dir alles, was ihm vorgeworfen
wurde, obwohl er noch gar nicht der Hexerei angeklagt war. Schon elf Tage später
wurde er am 19. November 1611 verbrannt. Sein Abkommgeld betrug 460 Gulden.
Literatur
* H.C. Erik Midelfort:
Witch Hunting in Southwestern Germany 1562-1684, the Social and Intellectual
Foundations. Stanford
1972.
*
Wolfgang Mährle: "O wehe der armen seelen", Hexenverfolgungen in der
Fürstpropstei Ellwangen (1588-1694). In: Johannes Dillinger, Thomas Fritz,
Wolfgang Mährle: Zum Feuer verdammt, die Hexenverfolgungen in der Grafschaft
Hohenberg, der Reichsstadt Reutlingen und der Fürstpropstei Ellwangen,
Stuttgart 1998 (= Hexenforschung; 2), S. 325-500.
Quellen
*
Artikel „Der Fall Anna Lutzin: Wie eine junge Witwe in Ellwangen unter Folter
so manche Hexerei gesteht”
http://www.landesarchiv-bw.de/sixcms/detail.php?template=hp_artikel&id=12532&sprache=de
*
Historicum.net: Hexenverfolgungen in Ellwangen, Fürstpropstei. Von Wolfgang Mährle,
2. Mai 2000
http://www.sfn.uni-muenchen.de/hexenverfolgung/frame_lexikon.html?art813.htm
*
http://www.vitabrevis.de/hexenverfolgung.htm
Hexenprozesse
in
Freiburg
Am
24. März 1599 wurden Margaretha Mößmerin, Catarina Stadellmenin und Anna
Wolffartin in Freiburg enthauptet und verbrannt. Eine Plakette am Martinstor
erinnert an diese Opfer der Freiburger Hexenprozesse.
Weblink
http://www.vitabrevis.de/hexe2.htm
http://www.virtuelles-freiburg.de/vip/wolffartin.html
http://www.historix-tours.de/Literatur/Hexenverfolgung/body_hexenverfolgung.html
http://www.freiburg-online.de/1/100/10001/pressetext.php?showmode=print&news_id=17082&rubrik_id=35
http://www.latein-pagina.de/hexen/index2.htm Kindhexe" Agatha Gatter und ihr Retter Dr. Johannes Pistorius Niddanus d.J.
Literatur
“Die Hexe von Freiburg” von
Astrid Fritz
Hexenverfolgungen in Friesenhagen im Wildenburger Land
Weblink
http://www.friesenhagener-geschichte.de.vu/
Hexenverfolgungen
in
Fulda
1603
wurde in der Zeit der Hexenverfolgungen Balthasar Nuss als Zentgraf nach Fulda
berufen. Balthasar von Dernbach übertrug ihm darüber hinaus die Durchführung
der Hexenprozesse im gesamten Hochstift. In drei Jahren ließ Balthasar Nuss
etwa 300 angebliche Hexen und Hexenmeister foltern und anschließend hinrichten.
Das Vermögen der Opfer zog er für sich ein.
(Näheres
zu den Hexenprozessen siehe bei Balthasar von Dernbach).
Besonders
bekanntes Opfer der Verfolgungen waren Frau Merga Bien (1603) und Jakob Ruß:
Der zwölfjährige wird am 10. November 1628 in einem Hexenprozess verhört und
gesteht erst nach wiederholten Streichen mit der Rute, an Hexenausfahrten zum
Kleesberg teilgenommen und dort auch als Leuchter gedient zu haben. Als er das
Hinrichtungsurteil vernimmt, weint er und verspricht Besserung, wenn man ihm das
Leben lasse. Die Beteuerung hilft ihm nichts. Er wird hingerichtet.
Literatur
Berthold
Jäger, Zur
Geschichte der Hexenprozesse im Stift Fulda. Forschungsstand - Kritik - Perspektiven, in: Fuldaer Geschichtsblätter
73 (1997), S. 7-64
Weblink
http://www.sfn.uni-muenchen.de/forumhexenforschung/fulda.html
Hexenprozesse
in
Gerolzhofen
Unter
der Regierung des Würzburger Fürstbischofs Philipp Adolf von Ehrenberg starben
über 900 Menschen, die der Hexerei angeklagt waren. Im würzburgischen
Gerolzhofen war ein
Hauptgerichtsplatz.
Von 1615 bis 1619 wurden 261 Personen wegen Hexerei hingerichtet. Viele starben
vor ihrer Verurteilung an den Folgen der Folter im Hexenturm und Centgefängnis.
Zur Zeit der Hexenverfolgungen wurden in Gerolzhofen Verbrennungsöfen
installiert, um die rund 200 Menschen pro Jahr "fristgerecht"
verbrennen zu können. Zeitweilig wurden so viele Menschen Opfer der
Hexenprozesse, dass die Wirtschaft ernsthaft gefährdet war.
Literatur
Stephan
Oettermann, "Geschichte des Hexenbrennens in Franken (insbesondere in
Gerolzhofen) im 17. Jahrhundert. Bürgermeister Bräuer: Es dokumentiere „eine
Zeit, in der die Stadt als ein Hauptrichtplatz in Unterfranken traurige Berühmtheit
erlangte“.
(Staatsarchiv
Würzburg), Hexenprozessakten (aus Gerolzhofen). 1615-1619. Würzburg,
Staatsarchiv: Gericht Gerolzhofen 14/346; Misc. 90/2884; MS f 1200
(Stadt
Gerolzhofen), Gedenken an die Hexenprozesse in Gerolzhofen, (Akten) 1958-1977.
(Stadtarchiv Gerolzhofen A3 (155)).
Weblink
http://www.listserv.dfn.de/cgi-bin/wa?A2=ind0502&L=hexenforschung&D=0&O=D&P=611&D=1
Hexenverfolgungen
in
Hirschberg
In
dem kleinen Ort Hirschberg fanden drei Hexenverfolgungen statt: 1595 wurden
mehrere Männer und Frauen wegen Hexerei hingerichtet. 1616 - 1617 wurden 13
Personen als Hexen
1986
wurde im Warsteiner Ortsteil Hirschberg ein Gedenkkreuz für die grausam
gefolterten Frauen und Männer der Hexenverfolgungen errichtet an der ehemaligen
Hinrichtungsstätte mit Texttafeln zu den Hexenprozessen an der Strasse
Christoffelsberg in der "Eskelle", einem Waldstück am Ortsrand.
Literatur
*
Hermann Löher, Hochnötige Unterthanige Wemütige Klage Der Frommen Unschültigen,
1676
*
Alfred Gottschlich, Aus der Geschichte Hirschbergs, Hrsg. Sauerländischer
Gebirgsverein, Abt. Hirschberg, 1985, S. 28 ff
*
Dr. Groeteken, Die Hexenprozesse zu Hirschberg im Sauerland, in: Heimatborn,
Monatsschrift für Heimatkunde für das Sauerland und die Soester Börde, 1930
*
Rainer Decker, Die Hexenverfolgungen im Herzogtum Westfalen, in: Bruns, Alfred:
Hexen - Gerichtsbarkeit im kurkölnischen Sauerland. Dokumentation zur
Ausstellung im Schieferbergbau-Heimatmuseum Schmallenberg-Holthausen vom
21.7.-4.8.1984, S. 207
Hexenprozesse
in
Liesborn
1565
Hexenprozesse in Liesborn gegen die drei Frauen Aleke, Anna und Katharina auf
der Burg zu Stromberg. Sie werden der Zauberei angeklagt, gefangen, gefoltert
und verbrannt: einer der frühesten Fälle von Hexenverfolgung im Münsterland.
Weblink
http://www.listserv.dfn.de/cgi-bin/wa?A2=ind0106&L=hexenforschung&O=D&F=&S=&P=1778
http://geschichte.cjb.cc/hexenforschung/1arc/00-12.txt
Hexenprozesse
in
Lippstadt
HexenverbrennungIm
Jahr 1565 fanden in Liesborn Hexenprozesse gegen die drei Frauen Aleke, Anna und
Katharina auf der Burg zu Stromberg statt. Sie wurden der Zauberei angeklagt,
gefangen, gefoltert und verbrannt. Dabei handelte es sich um einen der frühesten
Hexenprozesse im Münsterland. Um 1573 gab es etliche weitere Hexenverfolgungen
in Lippstadt in der Zeit Graf Simons VI., dabei sind „etliche Burgers Weiber
hinaus geführt und verbrannt worden“.
Hierzu
berichtete Pfarrer Anton Praetorius 1613, dass bei diesen Hexenprozessen der
Nagel-Schmidt Ebert Balve und seine Schwester, eine Beckerin, die Freytägische
genannt, nach langen Foltern nach dem Widerruf ihres Geständnisses trotz
Protesten aus der Bevölkerung freigelassen wurden. Dieser Hexenprozess
beeindruckte Anton Praeorius stark und trug zu seinem Denken entscheidend bei,
als er sich 1597 unter Lebensgefahr dafür einsetzte, dass eine Frau aus der
Folterkammer entlassen wurde, und er diesen Kampf gegen Hexenverfolgung und
Folter literarisch fortsetzte. Weitere Hexenprozesse fanden zwischen 1630 - 1677
statt.
Literatur
Hartmut
Hegeler, Anton Praetorius, Kämpfer gegen Hexenprozesse und Folter, Unna, 2002,
S. 22f
Weblink
http://geschichte.cjb.cc/hexenforschung/1arc/00-12.txt
Mendener
Hexenprozesse (Westfalen)
In den Mendener Hexenverfolgungen (1592 – 1631) wurden hingerichtet:
* 1592 eine Frau
* 1628 18 Personen
* 1630 - 1631 22 Menschen
* Neben diesen 17 Männern und 24 Frauen (u.a. aus Menden und Wimbern) werden 36 weitere Fälle von Hinrichtungen erwähnt (14 Männer und 22 Frauen).
* 1631 trotzte Dorte Hilleke in einem Hexenprozess der Folter. Nach ihr wurde die heutige Stadtbibliothek benannt.
* Im Pfarrarchiv der St. Vincenz Kirche finden sich die Akten der Mendener Hexenprozesse
Literatur
Kranz, Dr. Gisbert: Mendener Recht und Gericht, u.a. Hexenprozesse 1592 - 1631, Selbstverlag 1929, Druck Georg Pfeiffer, Menden (Mendener Tageblatt und Anzeiger)
Mühldorf
Hexenprozesse (Westfalen)
Vor genau 260 Jahren wurde die 16-jährige
Maria Pauer als letzte Hexe in Österreich hingerichtet. Sie war eine junge
Dienstmagd in Mühldorf am Inn. Sie wurde am 27. Jänner 1749 verhaftet und in
dem „Hexenkammerls“ eingesperrt. Die unmenschlichen Bedingungen der Haft,
die schlechte Kost und die unhygienischen Verhältnisse brachten das Mädchen in
geistige Verwirrung und Apathie.
Am 31. März 1749 wurde sie nach Salzburg gebracht, wo der Prozess im Rathaus
fortgesetzt wurde. Am Ende glaubte sie selbst schuld zu sein.
Nach unmenschlich langer Untersuchungshaft mit Folter wurde sie am 10. September
1750 schuldig erkannt und zum Tod durch Schwert und anschließende Verbrennung
verurteilt. Erzbischof Andreas I. Jakob Graf Dietrichstein lehnte eine
Begnadigung ab, so wurde das Urteil auf der öffentlichen Richtstätte am 6.
Oktober vollzogen.
Die 16-jährige Maria Pauer, ein völlig verwirrtes Kind, wurde mit fragwürdigen
Geständnissen wegen einem schon lächerlich gewordenen Verbrechen verurteilt
und war – soweit bisher bekannt – die letzte Hexe, die auf dem Boden des
heutigen Österreich hingerichtet wurde.
PRESSETEXT vom 18. 6. 2009:
Stellungnahme von Erzbischof Dr. Alois Kothgasser
zum Prozess um die „Hexe“ von Mühldorf 1749/50
SALZBURG (eds – wk/ 18. 6. 2009) / Zur heutigen Pressekonferenz im Büro von
Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Wilfried Haslauer zum Thema „Die
Mühldorfer Hex“ wird nachfolgende Stellungnahme des Salzburger Erzbischofs
Dr. Alois Kothgasser veröffentlicht:
- Der Justizmord an Maria Pauer, die im letzten Prozess dieser Art auf dem Boden
des damaligen Erzstiftes Salzburg als „Hexe“ verurteilt worden ist, stellt
ein entsetzliches Verbrechen dar, in welches auch die Kirche von damals nicht
nur aufgrund der handelnden Personen hinein verwoben ist. Es gibt daran nichts
zu beschönigen, sondern sich der unmenschlichen geschichtlichen Wirklichkeit zu
stellen und Gott und die Menschen um Vergebung für diese Gräueltat zu bitten.
Zugleich geht es darum, eine Lehre daraus zu ziehen und die Verantwortung für
die Menschen unserer Tage wahrzunehmen, damit deren Würde als Gottes Ebenbild
alle gebührende Achtung zukommt.
- Den Hintergrund für dieses grausame Ereignis bildet ein magisches Gottes- und
Menschenbild, das mit der biblisch-christlichen Tradition nicht begründbar ist,
sondern heidnische Wurzeln aufweist. Damit ist die Aufgabe verbunden, sich noch
mehr für die Verkündigung des christlichen Gottes- und Menschenbildes
einzusetzen und alle theologische Mühe aufzuwenden, damit der Glaube an Gott
freigehalten wird von irrationalen und menschenverachtenden Elementen.
- Unser ganzer Einsatz muss heute der Verwirklichung der Menschenrechte und –
auf deren Basis – einer geordneten Rechtspflege gelten, dies nicht nur in
unserem Land, sondern weltweit. Dies anzuerkennen ist Lehre der Kirche und ihrer
Soziallehre: „Die Kirche fühlt sich selbst verletzt, wenn die Rechte des
Menschen, wer immer es sei und wo immer er sich befinden mag, missachtet und
verletzt werden.“[1]
[1] Papst Paul VI. am 4. Oktober 1965 vor den Vereinten Nationen, zit. nach:
Putz, Gertraud, Kleiner sozialethischer Ratgeber für die Praxis in Kirche,
Politik , Wirtschaft und Gesellschaft, Berlin 2008, S. 286.
Amt für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der Erzdiözese Salzburg,
Kaigasse 8, 5020 Salzburg
Hexenprozesse
in
Oberkirchen
Zwischen 1595 und 1685 fielen den Hexenprozessen in Oberkirchen 75 Personen zum Opfer. Allein 1630 wurden in Oberkirchen im Patrimonialgericht der Freiherrn von Fürstenberg, die das Gericht von den Kurfürsten von Köln als Landesherrn in Pfandbesitz hatten, 65 Personen verbrannt.
Besonders
bekannt wurde der Hexenprozess gegen das 9-jährige Kind Christine Teipel, die
am 7. März 1630 verhört wurde. Sie benannte die Namen von 15 Menschen, die
angeblich nachts am Teufelstanz teilgenommen hatten: 8 Männer, 6 Frauen und ein
kleines Mädchen. Sie bezichtigte Personen aus ihrer Nachbarschaft der Hexerei.
Das Gericht ließ sie verhaften.So starben in sieben Prozesswellen in den drei
Monaten April bis Juni 58 Personen auf dem Scheiterhaufen, darunter 22 Männer
und 2 Kinder.
Christine
Teipel wurde am 4. Mai 1630 in der 3. von insgesamt sieben Prozesswellen
hingerichtet.
In
der Lüttmecke bei Oberkirchen am „Hexenplatz“ erinnern Tafeln an die
Hexenverfolgungen und den Prozess gegen Christine Teipel.
Literatur
Alfred
Bruns, Die Oberkirchener Hexenprotokolle, in: Schieferbergbau-Heimatmuseum
Schmallenberg- Holthausen: Hexen- Gerichtsbarkeit im kurkölnischen Sauerland,
Dokumentation zur Ausstellung vom 21.7.- 4.8.1984, „Christinichen Teipeln aus
Oberkirchen“, S. 26 ff
Tobias
A. Kemper: "...der allnoch anwachsenden bluenden jugend zum abscheulichen
exempel...". Kinderhexenprozesse in Oberkirchen (Herzogtum Westfalen). In:
SüdWestfalen Archiv Jg.4/2004. S.115-136.
Weblink
http://members.aol.com/Deckerpaderborn/Sauerland.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Christine_Teipel
http://de.wikipedia.org/wiki/Teufelsbuhlschaft#Beispiel_aus_einer_Hexenprozessakte
Auszüge aus der Hexenprozessakte von Christine Teipel
Hexenprozesse
in
Recklinghausen
Zwischen
1514 und 1706 sind 100 Hexenprozesse aktenkundig. Höhepunkt der
Hexenverfolgungen waren 1580 - 1581 und 1588 - 1589. Letzte als Hexe verurteilte
Frau war Anna Spickermann, nach 16 Monaten Haft und Folter 1706 Hinrichtung
durch das Schwert, dann verbrannt.
Literatur
* Von Hexen und anderen Recklinghäuserinnen, Frauenleben in Recklinghausen im 15./16.Jahrhundert, Gabriele Thiesbrummel u.a., Volkshochschule der Stadt Recklinghausen, 1990, S. 21
* Dr. Wilhelm Mummenhoff, Aachen: Zur Geschichte der Hexenverfolgungen in der Stadt Recklinghausen und ihrer Umgebung während des 16. Jahrhunderts, in: Vestische Zeitschrift 1927, Bd XXXIV, S. 75- 90.
* Fuchs, Ralf-Peter, Hexenverfolgung an Ruhr und Lippe. Die Nutzung der Justiz durch Herren und Untertanen. Westfälisches Institut für Regionalgeschichte. Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Münster. Forum Regionalgeschichte 8. Hrsg. Von Bernd Walter. Ardey Verlag Münster 2004, S. 40ff
Rinderbügener Hexenprozesse (Hessen)
* 1597 Hexenprozess gegen Frauen aus Rinderbügen
In der Zeit der Hexenverfolgungen spielte sich 1597 ein besonders dramatisches Kapitel Rinderbügener Geschichte ab. Im Februar werden vier Frauen aus dem Ort Rinderbügen beschuldigt, zum Hexensabbat auf dem Hexentanzplatz (Kesslertanz) gewesen zu sein. Die Namen dieser Frauen lauten:
|
* Margreth, Hans Fausten Frau, * Anna, Hanß Datten Frau, * Anna, Fritz Dietrichs Frau, * Crein, Lips Hoffmanns Frau. |
![]() |
|
Die vier Frauen werden der fortgesetzten Hexerei an Menschen, Vieh und Wetter beschuldigt. Am 8. Mai 1597 werden sie verhaftet und in Birstein in den "Turm" gelegt. Am 4. Mai 1597 beruft der Graf die Mitglieder des Gerichtes, darunter den Hofprediger Anton Praetorius. Die juristische Fakultät in Marburg entscheidet in einem juristischen Gutachten, dass die Verhängung der Folter rechtmäßig ist. Als die Folter beginnt, erhängen sich nachts zwei Angeklagte in der Zelle. Am 5. Juli berichtet der Ehemann der Angeklagten Katharina Hoffmann, dass seine Frau schwanger sei und bittet um Milde. Nach Beratungen des Gerichts wird die Hochschwangere nach Bezahlung einer größeren Geldsumme am 23. Juli morgens um 6 Uhr vor dem Frühstück entlassen. Anna, Fritz Dietrichs Frau, Mutter von 9 Kindern, die vor 20 Jahren nach Rinderbügen zugewandert ist, wird am 1. Juli gefoltert. Die gequälte Frau bleibt standhaft und beteuert nach wie vor ihre Unschuld. Nach einigen Tagen wird Frau Anna Dietrich nochmals „peinlich befragt“. Als die nochmalige Folterung in der Öffentlichkeit bekannt wird, bildet sich unter Anführung des Hofpredigers eine Demonstration. Die Leute protestieren gegen die Todesfälle der Frauen in der Untersuchungshaft und fordern die Einhaltung der Menschenrechte auch für die Angeklagten. Nach tumultartigen Szenen im Gericht wird die Folter abgebrochen. |
|
| Der Schreiber der gräflichen Kanzlei hielt diesen ungewöhnlichen
Vorfall fest: „Weil der Pfarrer alhie heftig dawieder gewesen, als man die
Weiber peinigte, also ist es diesmal deßhalben unterlassen worden.“ Aus den
Akten wird deutlich, dass der Pfarrer derart gegen die Folter wetterte, dass der
Prozess beendet und die noch lebende Gefangene freigelassen wurde.
Heute erinnert nichts an das Schicksal dieser Frauen. |
![]() |
Literatur
*
Hartmut Hegeler, Anton Praetorius, Kämpfer gegen Hexenprozesse und Folter,
Unna, 2002, S. 22f
*
Walter Nieß: Hexenprozesse in der
Grafschaft Büdingen. Protokolle Ursachen Hintergründe. Büdingen 1982
Weblink
www.anton-praetorius.de
Rüthener
Hexenprozesse (Westfalen)
Von 1573 bis 1660 wurden in dem kleinen Ort Rüthen und im Gogericht Rüthen 104 Hexenprozesse durchgeführt. Dabei sind mindestens 79 Menschen hingerichtet worden.
Freunnd Happen, Angeklagter während der Hexenverfolgungen in Rüthen, trotzte der Folter und schaffte es, keinen Menschen zu denunzieren. Nach zwei Monaten Haft und dreimaliger schwerster Folter wurde Freunnd Happen am 23.September 1660 freigesprochen.
Literatur
Walter Dalhoff: "Zu Rüthener Hexenprozessen". In: Alfred Bruns: Hexen - Gerichtsbarkeit im kurkölnischen Sauerland. Dokumentation zur Ausstellung im Schieferbergbau-Heimatmuseum Schmallenberg-Holthausen vom 21.Juli bis 4. August 1984. Schmallenberg: Schieferbergbau-Heimatmuseum, 1984, S. 188.
Weblink
http://de.wikipedia.org/wiki/Freunnd_Happen
Schaffhauser
Hexenprozesse (Schweiz)
Die Schaffhauser Hexenprozesse sind die frühesten bekannten Hexenprozesse in der Schweiz und ereigneten sich in Schaffhausen im Jahr 1402.
Der Nachweis dieses Prozesses/dieser Prozesse erfolgte vom Schaffhauser Stadtarchiv aufgrund der Stadtrechnungen. Es handelt sich um Personen, die als Hexe oder Hexen angeklagt wurden. Die Person(en) stammte(n) aus Beringen. In Schaffhausen wurde(n) sie verhört und hingerichtet.
In den Unterlagen ist von einem hegsen brand, also einer Hexenverbrennung, die Rede. Es handelt sich um einen der frühesten Hexenprozesse in Mitteleuropa mit Todesurteil durch Verbrennen. Die Aufstellung im Stadtarchiv zeigt die einzelnen Beträge für den Henker, z.B. Kosten für das "dürre Holz für den Hexenbrand" betrugen fünf Schillinge.
Das Stadtarchiv spricht von einem oder mehreren Prozessen. Aus der Transkription der 600 Jahre alten Akte lässt sich nicht entnehmen, ob es sich um eine oder mehrere Personen handelt, die als "Hägsen" bezeichnet werden.
Weblinks
Eine Abbildung der urkundlichen Erwähnung in einem Rechnungsbuch aus Schaffhausen 1402/03 findet sich auf der Internetseite des Stadtarchivs von Schaffhausen.
* http://www.stadtarchiv-schaffhausen.ch/Schaffhausen-Geschichte/HexenSteinAmRhein.htm
Hexenprozesse
in Bad Wildungen
(siehe unter Bad Wildungen)
Wimberner
Hexenprozesse (Westfalen)
Während der Mendener Hexenprozesse 1628 - 1631 wurden zwei Wimberner Männer als Hexer hingerichtet: Blasius Billi, der Frohne, und Franz Hellmich, der Lahme. Am 29.Okt. 1628 legten sie unter der Folter das verlangte Hexenbekenntnis ab, konnten aber aus dem Gefängnis im Turm der Stadtmauer fliehen. Sie stellten sich nach einigen Tagen freiwillig dem Gericht, um ihre Familien vor Vergeltungsmaßnahmen zu schützen, und wurden am 2. Dez. 1628 hingerichtet.
Literatur
Kranz, Dr. Gisbert: Mendener Recht und Gericht, u.a. Hexenprozesse 1592 - 1631, Selbstverlag 1929, Druck Georg Pfeiffer, Menden (Mendener Tageblatt und Anzeiger)
Winningen, Hexenhügel
Auf dem Hexenhügel oberhalb von Winningen an der Mosel liegt das älteste derzeit bekannte deutsche Denkmal zur Erinnerung an die Opfer der Hexenverfolgungen. Die Winninger Hexenprozesse forderten im 17. Jahrhundert wohl über 20 Opfer.
Es wurde 1925 an der ehemaligen Richtstätte, dem Hexenhügel, errichtet. Heute liegt es unweit des Flugplatzes Winningen im lichten Laubwald versteckt.
Die sich über die vier Seiten der Stele hinziehende Inschrift beginnt: Hexenhügel In der dunkelsten Zeit des Aberglaubens in den Jahren 1641-1651 fanden hier den Feuertod: Es folgen die Namen der Hingerichteten.
Vergleichbare Denkmäler wurden sonst erst in den 1960er und 1970er Jahren nicht zuletzt unter dem Einfluss der Frauenbewegung errichtet.
Aus der Zeit der Verfolgungen ist im deutschsprachigen Raum nur ein Beispiel für einen Denkmalplan zur Erinnerung an Hexenprozesse bekannt: Nicht wie heute um das Leid der gequälten Opfer ging es 1594 der Obrigkeit in der bayerischen Herrschaft Schongau, die nach der Hinrichtung von 63 Frauen zum eigenen Ruhm und zur Abschreckung der Vorbeireisenden eine "ewige merkhsäul, zaichen und gedechtnuß" (eine ewige Merksäule, ein Zeichen und zur Erinnerung) errichten wollte.
Hexenprozesse
in
Würzburg
Die
Hexenprozesse in Würzburg kosteten zur Zeit der Hexenverfolgungen an die 200
Menschen das Leben.
Mit
dem Namen der Würzburger Fürstbischöfe Julius Echter von Mespelbrunn und
Philipp Adolf von Ehrenberg sind die schlimmsten Hexenverfolgungen im Würzburger
Territorium verbunden, die zwischen 1626 und 1630 ihren Höhepunkt erreichten.
Im Stift brannten über 900 "Hexen", allein in der Stadt Würzburg an
die 200. Die Hexenverfolgung erfasste Menschen aller Stände: Adlige, Ratsherren
und Bürgermeister wurden neben einfachen Leuten verbrannt. 20% der in Würzburg
Verbrannten waren Priester und Ordensleute. Einsatz für angeklagte Hexen führte
zum eigenen Prozess. Erst das Reichskammergericht, der Tod von Philipp Adolf am
16. Juli 1631 und die Eroberung durch den Schwedenkönig Gustav Adolf 1631
beendeten die Hexenprozesse.
Ähnliche
massive Verfolgungen lassen sich in Süddeutschland nur in den
Hexenprozess-Serien der Hochstifte Bamberg und Eichstätt sowie in Kurmainz und
Ellwangen nachweisen.
In
diesen Hexenverfolgungen sind Alte und Junge, Hoch- und Niedriggestellte,
Einheimische und Fremde, Geistliche, Ratsherren, Jungfrauen und Kinder in
rascher Folge verbrannt worden. Es gibt ein Verzeichnis der Hinrichtungen bis
zum Februar 1629 bis zum neunundzwanzigsten Brand. Darin werden 157 Personen
namentlich genannt. Der Biograph des Bischofs (bei Gropp) kannte die Fortsetzung
des Verzeichnisses bis zum zweiundvierzigsten Brand mit insgesamt 219 Opfern.
Dies erfasst nur die in der Stadt Würzburg selbst Hingerichteten; die
Gesamtzahl der Hinrichtungen im Stift unter Philipp Adolf belief sich laut einer
mit bambergischer Zensur gedruckten Nachricht auf neunhundert.
Die
unten wiedergegebene Liste von Opfern der Hexenbrände in Würzburg reicht von
1627 bis Anfang 1629. Zur vollständigen Liste siehe unter Weblinks.
Opfer
»Verzeichnis
der Hexen-Leut, so zu Würzburg mit dem Schwert gerichtet und hernacher
verbrannt Worden.
Im
ersten Brandt vier Personen.
Die
Lieblerin.
Die
alte Anckers Wittwe.
Die
Gutbrodtin.
Die
dicke Höckerin.
Im
andern Brandt vier Personen.
Die
alte Beutlerin.
Zwey
fremde Weiber.
Die
alte Schenckin.
Im
dritten Brandt fünf Personen.
Der
Tungersleber, ein Spielmann.
Die
Kulerin.
Die
Stierin, eine Procuratorin.
Die
Bürsten-Binderin.
Die
Goldschmidin.
Im
vierdten Brandt fünf Personen.
Die
Siegmund Glaserin, eine Burgemeisterin.
Die
Birckmannin.
Die
Schickelte Amfrau (Hebamme). NB. von der kommt das ganze Unwesen her.
Die
alte Rumin
Ein
fremder Mann.
...
Im
neunundzwanzigsten Brandt sieben Personen.
Der
Viertel Beck.
Der
Klingen Wirth
Der
Vogt zu Mergelsheim.
Die
Beckin bei dem Ochsen-Thor.
Die
dicke Edelfrau.
NB.
Ein geistlicher Doctor, Meyer genant, zu Hach, und Ein Chor-Herr ist früh um 5
Uhr gerichtet und mit der Bar verbrannt worden. Ein guter vom Adel, Junker
Fischbaum genannt. Ein
Chor-Herr
zum Hach ist auch mit dem Doctor eben um die Stunde heimlich gerichtet, und mit
der Bar verbrannt worden.
Paulus
Vaecker zum Breiten Huet.
Seithero
sind noch zwey Brändte gethan worden.
Datum,
den 16. Febr. 1629.
Bisher
aber noch viel unterschiedliche Brandte gethan worden.«
Literatur
Kurt
Baschwitz: Hexen und Hexenprozesse, Bertelsmann Verlag, München, 1990, S. 252 -
260.
Hauber,
Bibl. mag. 36. Stück, 1745, S. 807.
Wilhelm
Gottlieb Soldan und Heinrich Heppe: Geschichte der Hexenprozesse, Band 2,
Reprint der Ausgabe von 1911, München, S. 17-20
Digitale
Bibliothek Band 93: Hexen, S. 904 (vgl. Soldan-Hexenprozesse, S. 20)
Anonym:
Auß dem Bißthum Würzburg: Gründliche Erzehlung der Bischof zu Würzburg
(Julius Echter) das Hexenbrennen im Frankenland angefangen, wie er dasselbe fort
treiben, und das Ungeziffer gentzlich außrotten wil, und allbereit zu
Geroltzhoffen starke Brände gethan, hinführe alle Dienstag thun wil. Geruckt
zu Tübingen 1616 (München Staatsbibliothek), abgedruckt in: Wolfgang
Behringer, Hexen und Hexenprozesse in Deutschland, München, dtv Dokumente,
1993, S. 246-248
Weblinks
http://www.bautz.de/bbkl/e/ehrenberg_p_a.shtml
Eintrag (inkl. Literaturangaben) im Biographisch-Bibliographischen
Kirchenlexikon (BBKL) zu Philipp Adolf von Ehrenberg
http://www.oehring.net/hexenbruch/04.html
Geschichte der Hexenverbrennungen in Würzburg
http://de.wikisource.org/wiki/Verzeichnis_der_Hexen-Leut ...
(In Wikisource findet sich die vollständige Liste von Opfern der Hexenbrände
in Würzburg von 1627 bis Anfang 1629)
Von
„http://de.wikipedia.org/wiki/Hexenprozesse_in_W%C3%BCrzburg“