Erinnern statt Vergessen - Opfer der Hexenverfolger
1. Erinnern statt Vergessen (einleitende Bemerkungen)
3. Hexenjäger, Hexenverfolger, Hexenrichter, Hexenprediger
5. Widerstand in der Zeit der Hexenverfolgungen - Franken
6. Internetseiten über lokale Hexenprozesse
Die Leserin / der Leser werden
gebeten, in ihrem Wohnort zu recherchieren und Lebensschicksale von Menschen
beizutragen, die wegen Hexerei hingerichtet wurden. (Email und Adresse unter dem
Menüpunkt "Kontakt")
1. Erinnern statt Vergessen (einleitende Bemerkungen)
Während der Hexenverfolgungen wurden in Europa in der Neuzeit zwischen 1450 und 1782 etwa 60.000 Menschen (75 % Frauen; 25 % Männer und Kinder) hingerichtet, die meisten davon in Deutschland (ungefähr 25.000). Viele wurden lebendig auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Um ihr Leiden nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, ist es wichtig, einzelne Schicksale in Erinnerung zu rufen.
Bis heute hat es für die Hingerichteten der Hexenprozesse keine öffentliche Rehabilitation gegeben. Statt weiter als Hexe oder Hexenmeister zu gelten, sollten die Opfer rehabilitiert, religiöse Schuld von ihnen genommen und ihre Christenehre wiederhergestellt werden. ´Die unschuldigen Opfer eines gnadenlosen Systems verdienen auch nach bald 350 Jahren unsere Achtung, jeder Name ein ehrenvolles Andenken. Darin liegt die Verpflichtung, sich der Gefahren totalitärer Systeme bewusst zu werden und die Würde jedes Menschen zu verteidigen´ (Dr. Alfred Bruns, Landesarchivdirektor Münster).
| An den meisten Orten sind die Leiden der als Hexen
angeklagten Frauen, Männer und Kinder in Vergessenheit geraten. Nur
in wenigen Ortschaften, wo Hexen verfolgt wurden, wird an das Schicksal der
unschuldig hingerichteten Menschen erinnert. An
diesen Gedenkstellen wird ihr Schicksal aus dem Dunkel der Vergangenheit
herausgeholt und dem Vergessen entrissen, um Anstöße zu geben für ein
Engagement gegen Gewalt in unserer Zeit. Die
Hingerichteten werden durch öffentliche Aufmerksamkeit rehabilitiert und ihnen
die geraubte Würde zurückgegeben, um für das Gespräch mit der heutigen
Generation konkrete Möglichkeiten der Erinnerung zu schaffen.
Hier sollte zugleich allen Opfern der Gewalt ein ehrendes Gedenken gesetzt werden. Die Auseinandersetzung mit dem Schicksal verfolgter Menschen kann den Blick schärfen für das Leiden unschuldiger Menschen heutzutage in aller Welt. Folter ist bis heute in vielen Ländern der Welt ein menschenverachtendes Instrument der Unterdrückung. Damals wie heute werden in Notzeiten Sündenböcke gesucht und gefunden. Es ist wichtig, Menschen in ihrem Empfinden für Gerechtigkeit zu bestärken und sensibel zu machen, um sich eine eigene Meinung zu bilden und Zivilcourage aufzubringen. |
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