Arbeitskreis "Hexenverfolgung in Westfalen"

1. Der  Arbeitskreis

2. Gedenkstätten – Hexenprozesse in Westfalen / Lippe

3. liste des endroits en Westphalie où l’on peut trouver des reconnaissances de la chasse aux sorcières

4. Kirchliche Stellungnahme aus Bayern

 

Der Arbeitskreis

 

Der Arbeitskreis „Hexenverfolgungen in Westfalen“

Im Jahr 2000 entstand der Arbeitskreis „Hexenverfolgungen in Westfalen“. Ein Antrag dieses Arbeitskreises an die Synoden der Kirchenkreise Unna und Iserlohn wurde angenommen und an die Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen mit der Bitte um eine theologische Stellungnahme zu den Hexenprozessen in Westfalen weitergeleitet. Dieser Antrag wurde von der Landessynode ohne Aussprache an die Kirchenleitung überwiesen (Beschluss Nr. 24, Landessynode 2001).

 

Anliegen

Der AK will die Kirchen im Rahmen der Ökumenischen Dekade zur Überwindung der Gewalt um eine Stellungnahme zur eigenen Rolle in den Hexenverfolgungen bitten. Vor, während und nach der Reformation hat es im Gebiet der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Lippischen Landeskirche zahlreiche Hexenprozesse gegeben. Menschen in etwa 200 Orten waren betroffen. In diesen Prozessen sind im Gebiet des heutigen Westfalen etwa 2000 Kinder, Männer und vor allem Frauen unschuldig verfolgt, gefangen genommen, eingesperrt, gefoltert und hingerichtet worden. Über ihre Familien kam unendliches Leid. [1]

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Ökumenische Dekade zur Überwindung der Gewalt

Einen besonderen Anlass für eine kirchliche Stellungnahme zu den Hexenverfolgungen stellt die im Jahr 2000 von den Kirchen ausgerufene „Ökumenische Dekade zur Überwindung der Gewalt“ dar. "Vielleicht müssen wir damit beginnen, unseren Anteil an der Gewalt zu akzeptieren und die Verantwortung dafür zu übernehmen." "Decade to overcome violence...
a call to repent for our complicity in violence."
(Ökumenischer Rat der Kirchen, 2001)[2]

Seit langem fordern Einzelne und Gruppen von den Kirchen eine Stellungnahme zu ihrer Rolle bei den Hexenprozessen. Für viele Menschen ist die Bereitschaft zu dieser Auseinandersetzung ein Prüfstein für die Glaubwürdigkeit kirchlichen Redens und Handelns.

 „Die aktive Auseinandersetzung mit den Opfern und den Gewalttätern ist der eigentliche Schlüssel zu jeglichem Prozess der Verwandlung und Veränderung.“ „Zum Aufbau einer Kultur des Friedens gehört auch, dass wir den Geschichten derer zuhören, die die Hauptopfer von Gewalt sind“.

Es ist erstaunlich, wie viele Menschen in der Bevölkerung und den Kirchen über Hexenprozesse nicht ausreichend informiert sind. 200 Jahre nach der Hinrichtung der letzten Hexe ist die Mehrzahl unserer Bevölkerung zu Unrecht überzeugt, dass die Durchführung der Hexenprozesse in direkter juristischer Verantwortung der Kirchen lag und auf Urteilen kirchlicher Gerichte beruhten. Dies ist falsch, denn die Hexenprozesse fanden vor weltlichen Gerichten statt.

Zugleich sind die Kirchen zu einer Stellungnahme zur Mitverantwortung an den Hexenprozessen besonders herausgefordert, weil die Hexenverfolgung theologisch legitimiert und mit Billigung der Kirchen durchgeführt wurde. Durch Theologen und Kirchen der Reformation ist Anstiftung zur Hexenverfolgung, Beteiligung an der Hexenverfolgung und das Geschehenlassen von Hexenverfolgungen erfolgt. Die Reformatoren Luther und Calvin forderten entschieden die Verfolgung und Hinrichtung der Hexen. Bis heute finden sich im Kleinen Katechismus von Luther und im reformierten Heidelberger Katechismus Aussagen über Hexerei bzw. Zauberei. In protestantischen Gebieten Westfalens fanden viele Hexenprozesse statt. Diese Haltung fand ihren Niederschlag auch in Kirchenordnungen. Z.B. wurde in der Kirchen- und Schul-Ordnung

 in der Grafschaft Wittgenstein von 1746 die Bestrafung von Hexen gefordert.

Fundamentale Aussagen der christlichen Botschaft sind betroffen, wurde doch den Angeklagten die Abkehr von Gott und der Pakt mit dem Teufel vorgeworfen. Es sollte im unmittelbaren Interesse der Kirchen liegen, sachgerechte Informationen zur Hexenverfolgung auf breiter Ebene zugänglich zu machen.

Zur Verbreitung sachgerechter Informationen haben wir uns bemüht, durch Ausstellungen, Tagungen, Publikationen, Vorträge und Gespräche einen Impuls zu setzen. Dies stieß auf großes Interesse in der Bevölkerung und in kirchlichen Gruppen.

Kirche ist eine gesellschaftliche Institution mit moralischem Anspruch und besonderer Verpflichtung.[3] Deshalb ist ein grundsätzlich klärendes Wort der Kirchen nötig für eine Rehabilitation der Opfer und eine Neuschreibung der Geschichte der Hexenverfolgung. Bisher hat nur die Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern eine ausführliche Stellungnahme zu ihrer Mitverantwortung in den Hexenprozessen Stellung bezogen.[4]

Besonderes Anliegen ist die Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse und Besinnung auf lokale Gedenkkultur. Trotz schlimmster Foltern haben viele als "Hexen" angeklagte Frauen und Männer bis zuletzt an ihrem Glauben an Gott festgehalten. Wir möchten anregen, die Geschichte der Opfer gründlicher zu erforschen und dem Gedenken an sie sichtbaren Ausdruck zu verleihen.

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Arbeitsweise und personelle Zusammensetzung des AK

Der AK arbeitet projektorientiert zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung einzelner Veranstaltungen. Neben einer kontinuierlichen Gruppe von Mitarbeitenden beteiligen sich andere punktuell zu einzelnen Aktivitäten.

Ansprechpersonen sind

Elke Markmann, Evang. Kirchenkreis Unna, Mozartstr. 18, Tel. 02303-288-136

e.markmann@gmx.de

und Hartmut Hegeler, Sedanstr. 37, 59427 Unna, Tel. 02303 53051

hartmut.hegeler@gmx.de

 

Etatmittel stehen uns nicht zur Verfügung.
 

[1] Die neuere Forschung geht davon aus, dass in Europa von ca. 1450 - 1782 die Zahl der verurteilten Hexen um 60.000 Personen lag, davon 25000 in Deutschland.

[2] www.gewaltueberwinden.org

[3] Uwe Hermann: „Sektenbeauftragte - Gesteigerte Sorgfaltspflicht“, in: Unsere Kirche, Evangelische Wochenzeitung für Westfalen Bielefeld, Nr. 12, 16.3.2003, S. 10: Die Kirchen sind eine Institution mit erhöhtem Einfluss in Staat und Gesellschaft, die „vom Gebot der Nächsten- und Feindesliebe“ her besondere Sorgfalt walten lassen müssen bei der Bewertung religiöser Minderheiten und Gruppen. „Auch und gerade so hat das Wort der Kirche erhebliches Gewicht“.

[4] Landessynode: Hexenverfolgung. Eine Stellungnahme aus der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, 1997. Arbeitsgruppe unter Vorsitz von Prof. Dr. Joachim Track. Erhältlich im Büro der bayr. Landessynode: Meiserstr. 11, 80333 München, Tel. 089-5595/245

 

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 Arbeitskreis "Hexenverfolgung in Westfalen"

 Kontaktadresse: Elke Markmann, Pfarrerin, Frauenreferat Kirchenkreis Unna

                        Mozartstr.18, 59423 Unna, Tel. 02303-288136

                                                                                  

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Tätigkeiten des Arbeitskreises bisher: 

- Vorbereitung des Studientages "Hexenverfolgung in Westfalen" des Pädagogischen Instituts der Ev. Kirche von Westfalen 2001 mit 50 Teilnehmern

- Juni 2001 Antrag an die Kreissynoden der Ev. Kirchenkreise Unna und Iserlohn

- November 2001: Die Landessynode der Ev. Kirche von Westfalen nimmt den Antrag beider Kreissynoden zur Beratung an und überweist ihn an die Kirchenleitung

- Ausstellung zu Hexenverfolgungen Stadtkirche Schwerte 2001, Stadtkirche Unna 2002, Dortmund - Hohensyburg 2005

- Lehrerfortbildungsveranstaltungen zum Thema "Hexenverfolgung" in diversen Regionen (Lüdenscheid, Rüthen, Minden, Unna, Recklinghausen, Bad Berleburg)

- Stand auf dem Ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003 mit der Friedrich Spee Gesellschaft Ratingen und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern

- Stand auf dem Evangelischen Kirchentag in Hannover 2005

- Anmeldung zum Evangelischen Kirchentag in Köln 2007 zusammen mit der Friedrich Spee Gesellschaft Ratingen

- Stand auf dem Lehrertag der Ev. Kirche Westfalen in Dortmund am 10.03.2006

- Stand auf der Jubiläumsveranstaltung der Evang. Frauenhilfe am 20.5.06 in Dortmund

- Mitvorbereitung der Tagung "Hexenprozesse in Westfalen" vom Verein für Westfälische Kirchengeschichte 11./12.03.2005 in Lemgo mit 90 Teilnehmern. Präses Buß und Landessuperintendent Noltensmeier hielten eine Ansprache.

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 Antrag an die Kreissynode/ Landessynode betreffs Hexenverfolgung in Westfalen

Arbeitskreis "Hexenverfolgung in Westfalen"  (Pfr.in Elke Markmann, Pfr. Hartmut Hegeler)

Die Kreissynode möge beschließen, daß die Landessynode der Ev. Kirche von Westfalen gebeten wird: 

       1. eine zusammenfassende Darstellung aller Hexenprozesse im Gebiet unserer Landeskirche zu erstellen;

2. eine theologische Stellungnahme zu den Hexenverfolgungen zu beschließen.

In den 200 Jahren seit der letzten Hexenverbrennung hat sich bislang nur die Ev. Luth. Kirche in Bayern 1997 in einer Stellungnahme zu den Hexenverfolgungen geäußert. (*) Westfalen gehörte neben Bayern zu den Gebieten Deutschlands, in denen die meisten Hexenprozesse stattgefunden haben. Deshalb bitten wir die westfälische Landessynode, 

1. eine zusammenfassende Darstellung aller Hexenprozesse in unserer Landeskirche zu erstellen.

            Nie ist bisher eine Darstellung über den gesamten Umfang der Hexenprozesse in Westfalen erfolgt. Entsprechende Forschungen sollen zum Ziel haben, Informationen über die 200 Jahre währende Geschichte der Hexenverfolgung in Westfalen zusammenzutragen. In evangelischen Gebieten gab es genau so viele Hexenprozesse wie in katholischen.

2. eine theologische Stellungnahme zu den Hexenverfolgungen zu beschließen.

In einer solchen Stellungnahme der Landessynode sollte Antwort gesucht werden auf Fragen wie:

Wie verhielten sich die Reformatoren und die protestantischen Kirchen angesichts des Hexenwahns? Warum arbeiteten zahlreiche ‚Seelsorger‘ mit den Folterern Hand in Hand? Wo gab es Hexenpogrome in protestantischen Gebieten Westfalens? Kennt man die Namen der Opfer und wird ihrer noch heute gedacht? Hat es Bemühungen gegeben, ihre Christen-Ehre wieder herzustellen?

´Die unschuldigen Opfer eines gnadenlosen Systems verdienen auch nach bald 350 Jahren unsere Achtung, jeder Name ein ehrenvolles Andenken. Darin liegt die Verpflichtung, sich der Gefahren totalitärer Systeme bewußt zu werden und die Würde jedes Menschen zu verteidigen´ (Dr. Alfred Bruns, Landesarchivdirektor Münster) (**) 

Evangelische Reformatoren wie Luther und Calvin haben sich nachdrücklich für die Verfolgung der Hexen und deren Hinrichtung ausgesprochen. In der Stellungnahme der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern zur Hexenverfolgung heißt es: "Die Aussagen Martin Luthers bezüglich der Existenz und der schädlichen Zaubereien von Hexen sind allerdings recht mehrdeutig. Auf jeden Fall war er überzeugt von der Möglichkeit des Teufelspaktes, der Teufelsbuhlschaft und des Schadenszaubers und befürwortete die gerichtliche Verfolgung von Zauberern und Hexen und die Aussage des Alten Testament ´Die Zauberinnen sollst du nicht am Leben lassen` (2.Mose 22,17) hatte für ihn Gültigkeit.  Zahlreiche lutherische Theologen, Prediger und Juristen beriefen sich deshalb auf einschlägige Aussagen Luthers." (S.27) 

"Solche Lehrmeinungen fanden ihren Niederschlag jeweils in den Kirchenordnungen, wo häufig darauf hingewiesen wird, dass Zauberer ´ohn alle Barmherzigkeit´ zu strafen seien. Auch die Hexereigesetzgebung in lutherischen Territorien wurde dadurch beeinflusst und ging an Schärfe weit über die Reichsgesetzgebung hinaus. Immer wieder wurden Theologen auch zu Gutachten in Hexenprozessen herangezogen. Oft waren sie es, die - in katholischen und lutherischen Gebieten - durch ihre Argumentation und Beweisführung Hexenverfolgungen überhaupt erst in Gang brachten oder vorantrieben." (S.28) 

Am Beginn der "Dekade zur Überwindung von Gewalt" des ökumenischen Rats der Kirchen kann eine theologische Stellungnahme der Landessynode zur jahrhundertelangen Hexenverfolgung in Westfalen ein wichtiges Symbol der Glaubwürdigkeit sein.

(*) Einzig die Evang. Lutherische Landeskirche in Bayern hat im Jahre 1997 eine Stellungnahme zu Hexenverfolgungen beschlossen. Sie ist beim Büro der bayr. Landessynode erhältlich (Meiserstr. 11, 80333 München, Tel. 089-5595/245). (**) aus: Dokumentation zur Ausstellung "Hexen. Gerichtsbarkeit im kurkölnischen Sauerland", Herausgeg. vom Schieferbergbau-Heimatmuseum Schmallenberg-Holthausen, 1984, S.12.

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Hexen-Schreine (Ausstellung)

Ulla Brockfeld und Dagmar Müller, Künstlerinnen aus Menden/ Sauerland haben Schreine aus Keramik und Goldschmiedekunst zum Angedenken an die 47 Hexenprozesse ihrer Stadt gestaltet und mehrfach ausgestellt.

 

Ulla Brockfeld                                                                         Dagmar Müller

Kuckuckstr.3                                                                          Am Südenberg 53          

58710 Menden                                                                        58644 Iserlohn

Tel. 02373-83608                                                                    

Keramikerin                                                                            Goldschmiedemeisterin

2000                                                                                      "47" Hexenprozesse in der Stadt Menden

Die Internetseite der beiden Künstlerinnen mit Fotos der Schreine:

www.brockfeld.com/hexen

   

 

Performance: Angela Kalwa, Butohtanz, und Ivona Bialek, Gesang

 

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Plakatausstellung: "Von den bösen Weibern, die man nennet die Hexen"

Marielies Saatkamp 

Warendorfer Str.162

48145 Münster, Tel. 0251-33405

Marielies Saatkamp, geb. 1956 in Tecklenburg, studierte Anglistik und Philosophie an der Universität Münster und der University of Victoria/Kanada. Seit 1986 arbeitet sie zum Thema Hexenverfolgungen. Marielies Saatkamp ist Weiterbildungslehrerin an der Volkshochschule Ibbenbüren.

Veröffentlichungen: Der Hexenwahn und seine Gegner - Dr.Weyer und die Grafen von Tecklenburg (1988 zum 6oojährigen Jubiläum der Stadt Tecklenburg); Von den bösen Weibern die man nennet die Hexen (Katalog zur Wanderausstellung, 1991); Bekandt daß sie ein Zaubersche were: Zur Geschichte der Hexenverfolgung im Westmünsterland (Ergebnisse des Projekts ,,Hexenverfolgung im Westmünsterland", 1994), Marielies Saatkamp/ Dick Schlüter (Hg.), Van Hexen un Düvelslüden. Über Hexen, Zauberei und Aberglauben im niederländisch-deutschen Grenzraum (Aufsatzsammlung des deutsch-niederländischen Arbeitskreises ,,Hexen", 1995). 

Ausstellung "Von den bösen Weibern, die man nennet die Hexen"

Über 200 Jahre lang, vom ausgehenden 15. Jahrhundert bis nach dem Dreißigjährigen Krieg, ja bis ins 18. Jahrhundert hinein, wurden in Europa und besonders in Deutschland zahlreiche Menschen, vor allem Frauen, als Hexen verfolgt und getötet. Wie viele es waren, lässt sich aufgrund der spärlichen Quellenlage nicht mehr ermitteln. Der Historiker Gerhard Schormann schätzt die Zahl der Opfer auf etwa 200 000 bis 500 000 und spricht von der größten nicht kriegsbedingten Massentötung nach den Judenverfolgungen, ein Richtwert, der das Ausmaß des Schreckens überdeutlich werden lässt.

In den deutschen Territorien wurde mit unterschiedlicher Intensität verfolgt. Im Bistum Münster schlug sich die Neigung der Bevölkerung, an das Wirken von ,,Zauberschen" und ,,Zauberern" zu glauben, in vereinzelten Prozessen, aber vor allem im Wunsch nach dem Gottesurteil der Wasserprobe und in Beleidigungsklagen wegen Zaubereivorwürfen nieder. In den Grafschaften Tecklenburg, Steinfurt und Bentheim gibt es dagegen keine Hinweise auf Prozesse oder einen in der Bevölkerung verbreiteten Zauberglauben, der zu Hexereibeschuldigungen geführt hätte.

Mit der Ausstellung ,Von den bösen Weibern, die man nennet die Hexen", die im September 1991 erstmalig im Vredener Rathaus gezeigt wurde, legte das Landeskundliche Institut Westmünsterland erste Ergebnisse eines Forschungsprojekts über die Hexenverfolgungen im Gebiet des heutigen Kreises Borken vor. Seit April 1991 arbeitete Marielies Saatkamp über dieses Thema und hatte bereits einige interessante Zeugnisse über Hexenverfolgungen im Westmünsterland im frühen 17. Jahrhundert gefunden. Auf Anregung des Gleichstellungsbüros der Stadt Vreden erklärte sich die Forscherin bereit, ihre Ergebnisse in einer Wanderausstellung zu dokumentieren.

Neben dem Fall Hille Blomers zeigt die Ausstellung verschiedene interessante Aspekte der Hexenverfolgungen. Eine Zeittafel gibt Aufschluss über die Entwicklung der Hexenlehre und die Verfolgungswellen in Deutschland. Die Hexenjäger und ihre Opfer kommen zu Wort, und es werden zwei Bekämpfer der Hexenprozesse vorgestellt. Mutig setzten sich der Arzt Dr. Johann Weyer (1515-1588) und der Jesuit Friedrich von Spee (1591-1635) gegen den Verfolgungseifer ihrer Zeitgenossen zur Wehr und retteten vielen Frauen das Leben.

Über das große öffentliche Interesse am Hexenthema waren Marielies Saatkamp und ihre Mitarbeiterinnen vom Landeskundlichen Institut überrascht. Die Ausstellung "Von den bösen Weibern die man nennet die Hexen" wurde weit über die Grenzen des Kreises Borken hinaus bekannt. Sie wurde bisher an verschiedenen Orten im Münsterland, in Münster, Herten, Ratingen, Nordhorn und Ibbenbüren und auch jenseits der Grenze in den Niederlanden gezeigt. Zusätzliche Informationen bietet ein Katalog, in dem Ausstellungs- und Quellentexte aufgenommen sind.

Eine Ausstellung des Landeskundlichen Instituts Westmünsterland Vreden/ NRW

mit 25 Tafeln (zum Aufhängen) von Frau Marielies Saatkamp zum Thema:

"Hexenverfolgung und Hexenprozesse"

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Ausstellung im Schieferbergbau-Heimatmuseum Schmallenberg- Holthausen: "Hexen- Gerichtsbarkeit im kurkölnischen Sauerland"

Seit 1984 findet sich im Schieferbergbaumuseum eine Ausstellung zur Hexen- Gerichtsbarkeit im kurkölnischen Sauerland.

Adresse: Kirchstr., 57392 Schmalenberg- Holthausen, Telefon 02974- 6932

Vorsitzender des Museums-Fördervereins ist Herr Rötger Belke -Grobe, Landwirt, 57392 Schmalenberg- Holthausen, Tel. 02974 -6825

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Stellungnahme der Ev. Luth. Landeskirche in Bayern zu Hexenprozessen

Auszüge aus der Stellungnahme finden sich unter Punkt 3. oben auf dieser Seite.

Die 120-seitige Stellungnahme der Evang. Lutherischen Landeskirche in Bayern ist beim Büro der bayr. Landessynode erhältlich: 

Meiserstr. 11, 80333 München, Tel. 089-5595/245

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Spurensuche

Für die Hexenprozesse im Rheinland finden sich zur Spurensuche viele Hinweise in dem Buch:
Hetty Kemmerich, Sagt, was ich gestehen soll! Hexenprozesse. Ingrid Lessing Verlag, 2003, ISBN 3-929931-18-4, http://www.lessing-verlag.de/

Das Buch informiert anhand von Gerichtsprotokollen über Schicksale von Frauen, Männern und Kindern, die am Niederrhein wegen Hexerei angeklagt, gefoltert und zumeist hingerichtet worden sind. Es gibt eine chronologische Übersicht über die bisher bekannten Zauberei- und Hexenprozesse des Niederrheins von 1074 bis 1738.

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